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    Beginn der großen Fastenzeit vor Ostern

    Von Aram | 18.Februar 2010

    Ab dem Rosenmontag beginnt in der Armenischen Kirche die Große Fastenzeit vor Ostern (arm. Մեծ Պահք). Sie schließt die Karwoche, (arm. Աւագ Շաբաթ, übersetzt: Große Woche) ein und endet mit dem Fest der Auferstehung unseres Herrn (arm. Յարութիւն Տեառն՝ Սուրբ Զատիկ).


    Beim Fasten meint die Armenische Kirche einerseits die Enthaltung von jeglichen tierischen Produkten und Erzeugnissen sowie des Vergnügens und anderen zeitverschwenderische Beschäftigungen und andererseits das Hinwenden unserer Gedanken und des Geistes auf das Gebet, die Reue und die Buße, damit wir uns dadurch Gott nähern. Im gegenteiligen Fall verliert das Fasten seine wesentliche und grundsätzliche Bedeutung, wenn es sich nur auf die Enthaltung tierischer Erzeugnisse beschränkt. Es gibt Tausende von Menschen, die sich vegetarisch ernähren, was selbstverständlich nicht bedeutet, dass sie im geistigen Sinne fasten. Das leibliche und moralische Fasten sind für die Armenische Kirche Bestandteile einer Art geistigen „Reise aus der Finsternis ins Licht“.

    Das geistliche Ziel des Fastens ist die Buße, in anderen Worten, das Reinigen von den Sünden und die Befreiung vom Gefühl des Schuldigseins, denn die Sünde ist das höchste Böse bei einem Einzelnen sowie in einer Gemeinschaft und das, was uns von Gott trennt. Wenn der Mensch seiner moralischen Werte beraubt wird, hört er auf, Mensch zu sein. Das, was uns von den anderen Geschöpfen unterscheidet, ist nicht unser äußerliches Aussehen, sondern unser moralisches Bewusstsein, unser Gewissen und die Fähigkeit, Gott kennenzulernen und sich an ihn zu wenden.

    Es muss auch erwähnt werden, dass durch das Fasten allein keine Vergebung der Sünden erreicht wird. Gott allein ist derjenige, der uns vergibt. Das Fasten ist eine wichtige Hilfe in diesem Vergebungsprozess. Reue, Gebet und Buße, die Bestandteile des Fastens sein müssen, schaffen die Grundvoraussetzungen, in denen Gottes heilende und vergebende Kraft wirkt.

    Hier einige praktische Fastenregeln:

    1. Das Fasten beginnt in der Armenischen Kirche ab dem Rosenmontag und nicht erst ab dem Aschermittwoch.

    2. Ab diesen Tag bis zum Vorabend des Osterfestes bzw. bis zum Osterfest enthält man sich von allen tierischen Produkten (Fleisch, Fisch, Wurst, Salami usw.) und Erzeugnissen (Eier, Butter, Milch, Käse usw.). Eine Ausnahme bildet nur der Honig.

    3. Neben dem „normalen“ Fasten gibt es auch das strenge bzw. totale Fasten, wenn man für eine bestimmte Zeit nichts in sich nimmt. Üblicherweise sind es Mittwoche und Freitage der Großen Fastenzeit. Es kann auch stundenweise sein, z. B. von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang. Danach kann man wieder pflanzliche Kost in sich nehmen.

    4. Man fastet in der Armenischen Kirche durchgehend, 24 Stunden am Tag, einschließlich Samstage und Sonntage. Für diejenigen, die es nicht durchhalten können, ist es ausnahmensweise möglich, samstags und sonntags tierische Erzeugnisse (Eier, Butter, Käse, Milch usw. aber kein Fleisch) zu essen. Es nennt man symbolisch „Halbfasten“.

    5. In der Mitte der Großen Fastenzeit (Dieses Jahr am 10.03.10) wird “Mitschink” gefeiert. Man backt einen Kuchen, in dem eine Münze versteckt wird. Wer das Kuchenstück mit der versteckten Münze bekommt, wird das Jahr für ihn Glück bringen.

    6. Das Fasten endet man entweder am Vorabend bzw. am Tag des Osterfestes. Man soll in die Kirche gehen, der Hl. Messe beiwohnen und mit einer Hl. Kommunion das Fasten beenden.

    7. Die Kirche erwartet, dass die Fastenden während der Großen Fastenzeit intensiv zur Kirche kommen, den speziellen Abendandachten zur Fastenzeit (arm. Հսկում) beiwohnen sowie das Lesen der Bibel und ihre individuellen Gebete intensivieren.

    8. Es ist auch sehr wichtig, sich wenigstens während der Großen Fastenzeit von schädlichen Gewohnheiten (z. B. das Rauchen) fernzuhalten.

    9. Während der gesamten Fastenzeit finden in der Kirche keine Trauungen statt. Es ist auch Madaghorhnutyun untersagt.

    * * *
    Die Sonntage der Fastenzeit

    Die Sonntage der Fastenzeit werden in der Armenischen Kirche folgendermaßen genannt:

    1. Sonntag des guten Lebens (arm. Բուն Բարեկենդան)
    2. Sonntag der Vertreibung aus dem Paradies (arm. Արտաքսման Կիրակի)
    3. Sonntag des verlorenen Sohnes (arm. Անառակ Որդիի Կիրակի)
    4. Sonntag des ungetreuen Verwalters (arm. Անիրաւ Տնտեսի Կիրակի)
    5. Sonntag des ungerechten Richter (arm. Անիրաւ Դատաւորի Կիրակի)
    6. Sonntag der Ankunft des Herrn (arm. Գալստեան Կիրակի)

    1. Das gute Leben: Die verlorene menschliche Freude,
    die der Menschheit nicht vorenthalten werden kann.

    Es ist bemerkenswert, dass die Große Fastenzeit, die Zeit der Einkehr, mit einer Erinnerung an die Gedanken der Freude beginnt. Diese sollte uns daran erinnern, dass der Mensch glücklich geboren wurde und eigentlich zu einem guten, glücklichen Schicksal bestimmt worden ist. Die Große Fas-tenzeit mahnt uns, warum und wie der Mensch jenes Glück verloren hat und den Weg der Rückge-winnung aufzeigt.

    In der Armenisch-Apostolischen kirchlichen Tradition wird der Sonntag, der einer Fastenzeit vorangeht, als Sonntag des guten Lebens genannt (armenisch: Parekentan), in anderen Worten, es wird auf den ursprünglichen glücklichen Zustand hingewiesen. Der Zweck des Großen Fastens ist das Wiedererlangen jenes Zustandes. Der Zustand des Menschen heute ist weit entfernt von dem, was Gott für ihn bestimmt hatte, so dass wir entsprechend sagen können, dass er sein ursprüngliches Glück unauffindbar verloren hat. Aber der Mensch hat die ihm geschenkte Gnade nicht verloren, er kann zurückkehren und dieses Glück wieder erlangen. Nun wird uns der zweite Sonntag erklären, warum und wie der Mensch sein ursprüngliches Glück verloren hatte.

    2. Vertreibung aus dem Paradies: Verlust des Paradieses.
    Die Sünde, Ursprung alles Bösen und Ursache unseres Unglücks

    Der zweite Sonntag der Großen Fastenzeit in der Armenischen Kirche erhält seinen Namen und seinen Sinn aus dem vorangegangenen Sonntag, der uns an den traurigen Verlust des menschlichen Glücks im Paradies erinnert hat. Der zweite Sonntag setzt die Folgen des menschlichen Verhaltens fort, das letztlich zur Vertreibung aus dem Paradies führt.

    Lassen Sie uns kurz an die letzten Sätze der biblischen Geschichte erinnern. Auf Gottes Frage antwortete Adam:
    „Die Frau, die du mir gegeben hast, hat mir von der Frucht gegeben und ich habe gegessen.“

    Auf die gleiche Frage antwortete Eva:
    „Die Schlange hat mich versucht und ich habe gegessen.“

    Wie viele Menschen treffen wir denn in unserem alltäglichen Leben, die den Mut haben, bei ihrem Versagen auch ihre Verantwortung zuzugeben. Ist es nicht eine menschliche Gewohnheit, immer den anderen für die eigenen Verfehlungen zu beschuldigen und ihm die Verantwortung zuzuschreiben. Wir rechtfertigen unsere Verhaltensweise mit Tausenden von Ausreden, um uns selbst nicht zu beschuldigen. Die Geschichte Adams ist die Geschichte jedes einzelnen, also unsere Tragödie. Diese Geschichte begann im Paradies, fand ihre Fortsetzung in allen Zeiten und wird heute fortgesetzt bis zu jenem Tag, wenn der letzte Mensch zu Erde geworden ist, woraus er gemacht wurde.

    So erinnert uns der zweite Sonntag der großen Fastenzeit daran, dass die Sünde, die das Handeln gegen den Willen Gottes ist, das ist, welche uns von der Quelle unseres Glückes, unserem Schöpfer trennt. Die Rückkehr wird verwirklicht durch den Sohn Gottes, der zugleich der „Menschen Sohn“ wurde, damit dem Menschen die Gelegenheit geschaffen wurde, sich von den Krallen der Sünde zu befreien und das verlorene Paradies wiederzufinden. Darüber informiert uns der dritte Sonntag der Fastenzeit.

    3. Der verlorene Sohn: Die Buße ist die Voraussetzung,
    das verlorene Paradies wiederzufinden

    (Lukas 15, 11-32)

    Mit dem dritten Sonntag der Fastenzeit verlässt die armenische kirchliche Tradition den alttestamentlichen Rahmen und befasst sich mit der neutestamentlichen Botschaft. Dieser Sonntag und die darauffolgenden zwei Sonntage werden nach den jeweiligen vorgesehenen Lesungen benannt. So ist dieser Sonntag nach der Geschichte des verlorenen Sohnes benannt. Das Kernziel des Fastens, die Buße, ist in der Botschaft dieser Geschichte enthalten. Es ist zu bemerken, dass der dargestellte menschliche Zustand bei den zwei vorangegangenen Sonntagen, nämlich das Glück und dessen Verlust, auch in dieser Geschichte zu finden ist. Der entscheidende Punkt bei dieser Geschichte ist der Aufstieg nach dem Fall, das Finden des Verlorenen, das nur durch Reue, Annahme der Schuld und Buße stattfindet. Der verlorene Sohn konnte sein ursprüngliches Glück durch den Weg der Buße erlangen. Der Gläubige wird eingeladen, dem verlorenen Sohn zu folgen.

    4. Der ungetreue Verwalter
    (Lukas 16,1-8)

    Der vierte Sonntag der Fastenzeit wird ebenfalls nach der vorgesehenen Lesung für diesen Tag benannt. Wir hatten zuvor die Geschichte eines Menschen, der seinen Weg zu Gott zurückfand. Mit dieser Geschichte wird uns der Weg gezeigt, diesen Zustand zu erhalten. Jesus erzählt seinen Begleitern die Geschichte eines Menschen, der seine moralischen Werte verloren hatte, damit sie auch Eifer und Klugheit in ihrem Leben zeigen, um moralisches und ewiges Glück für sich zu sichern, wie der „ungetreue Verwalter“ für sich ein irdisches Leben sicherte. Jesus will uns sagen, dass, so wie die Menschen, wie der „ungetreue Verwalter“, den Mammon gebrauchen, um Freunde für vergängliche und egoistische Zwecke zu gewinnen, so muss man den gleichen Eifer für geistige und bleibende Ziele zeigen. Die Kinder des Lichtes werden aufgefordert, alle Mittel zu setzen, ihre intellektuelle Fähigkeit zu nutzen und alle die ihnen angebotenen Gelegenheiten auszuschöpfen, ein Leben zu sichern, das eindeutig höher und wertvoller als das irdische Leben ist, denn es ist ewiglich und, grenzenlos glücklich. Die Worte des Hymnus erzählen diese Geschichte, aber zugleich laden uns ein, ein guter Verwalter in diesem Sinne zu sein.

    5. Der ungerechte Richter

    „Jesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allzeit beten und darin nicht nachlassen sollten“ (Lukas 18,1).

    Die rettende Botschaft der Großen Fastenzeit wird in diesem Gleichnis fortgesetzt. mit der ausdrücklichen Aufforderung, „allzeit“ zu beten, wodurch der Mensch den höchsten glücklichen Zustand erreicht. Man hätte diesen Sonntag vielleicht passender „Gebetssonntag“ nennen können. Das Gebet wird zum Mittel, sich von der Erden gen Himmel zu erhöhen. Eine Religion ohne Gebet ist unvorstellbar, denn Gegenstand der Religion ist nichts anderes als Gott und das geistige Leben. Das Gebet setzt eine Begegnung mit jenem unsichtbaren und ewigen Wesen voraus, der der Schöpfer des Universums und Herr des Lebens ist. Aus diesem Grund ist im Neuen Testament die Wichtigkeit des Gebets besonders hervorgehoben. Unser Herr hat durch seine Äußerungen und sein Leben dies seinerseits bekräftigt. Während seines irdischen Lebens betete er oft „die ganze Nacht“ oder „doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten“ (Lukas 5, 16). Die Hinweise hierfür füllen alle Abschnitte seines Lebens von seiner Taufe bis zu Gethsemane, von dem Berg der Verklärung bis zu Golgotha.

    In diesem Gleichnis sagt uns der Herr, dass wir „darin nicht nachlassen sollen“. Wenn ein Richter, der „Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm“, entschied, der Witwe, die nicht nachlassen wollte, schließlich zu ihrem Recht zu verhelfen, wie sollte denn Gott, der in seinem Wesen Güte und Gerechtigkeit vereint, das ständige Flehen seiner Diener nicht hören und ihnen zu ihrem Recht verhelfen?

    Die letzten zwei Gleichnisse, des ungetreuen Verwalters und des ungerechten Richters, machen uns darauf aufmerksam, dass in unserem uns geschenkten Leben das treue Verwalten und flehende Gebete die Grundvoraussetzungen sind, den Zustand zu bewahren, den andere durch Reue und Buße erreicht haben. Die Schlusszeile des Gleichnisses legt den Gedanken für den Sonntag und zugleich verleiht dem Gebet die Bedeutung, ohne die ein Gebet seines Zweckes leer wird. Diese entscheidende Voraussetzung ist der Glaube. Es ist diese Voraussetzung, die uns in den Gedanken für den darauffolgenden Sonntag führt. Die Schlusszeile sagt: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?“ (Lukas 18, 8).

    6. Ankunft

    Es gibt eigentlich keine bessere Bezeichnung für den abschließenden Sonntag in der Kette der Sonntage der Fastenzeit. Dieser Sonntag ist dem ersten und dem zweiten Wiederkommen Christi gewidmet. Der erste Hymnus für diesen Tag beginnt mit einer Darstellung des ersten Kommens des Herrn und setzt sich fort und deutet auf das Wiederkommen Christi hin:

    Folglich erinnert die Bezeichnung des letzten Sonntags der großen Fastenzeit als „Ankunft“ die Armenische Kirche die Gläubigen an das erste Kommen des Herrn, d.h. seine Menschwerdung und an die Wahrheit, dass dadurch die Erlösung des Menschen ermöglicht wurde.

    Die Kirche erinnert uns zugleich daran, dass dieser Herr „mit dem gleichen Leibe und in der Herrlichkeit des Vaters kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten“ (aus dem Nizänischen Glaubensbekenntnis).

    Durch sein Wiederkommen eröffnet er für uns ein neues Zeitalter, „ein neuer Himmel und eine neue Erde“, wo eine „Große Fastenzeit“ nicht existieren würde, weil die Gründe für Buße und Reue nicht mehr vorhanden sein werden. In jenem Zeitalter werden „Freude und Gerechtigkeit“ herrschen.

    * * *
    Erläuterungen zu Riten in der Passionszeit

    Gemäß der armenischen kirchlichen Tradition finden während dieser Zeit morgens „Arewakal“ (Արեւագալ), eine Morgenandacht zum Sonnenaufgang und abends „Hesgum“ (Հսկում), eine Bittandacht statt.

    Das Wort „Arewakal“ selbst deutet darauf hin, dass diese Andacht zum Sonnenaufgang stattfindet. Diese Andacht, zu der eine Anzahl von Hymnen und Liedern zum größten Teil vom Katholikos Hl. Nerses Schnorhali (12. Jh.) verfasst worden sind, ist die Verherrlichung des eigentlichen und des göttlichen Lichtes. Das Licht, womit das Leben auf Erden beginnt und das die Gegenwart Gottes darstellt. In seinen Gebeten bittet der Gläubige Gott:

    „Licht, Schöpfer des Lichtes, erstes Licht
    mit dem heutigen Morgenlicht
    fasse dein Licht des Verstandes in unseren Seelen aufgehen“.

    Die Andacht „Hesgum“ findet in den Abendstunden statt und enthält Dankgebete für den vergangenen Tag und Bittgebete für eine geruhsame Nacht. Der Gläubige dankt dem Herrn, einen Tag friedlich und gefahrlos verbracht zu haben und bittet um Gottes schützende Hand, damit er nach einem ungestörten und ruhigen Schlaf den neuen Tag mit neuen Hoffnungen und Erwartungen begegnen darf. Auch bei dieser Andacht singen und beten wir Hymnen und Gebete, die zum größten Teil vom Hl. Nerses Schnorhali verfasst worden sind, insbesondere aus seinem tief bewegten und dichterischen Gebet „Im Glauben bekenne ich‘. Lasset uns gemeinsam mit den Worten des heiligen Patriarchen beten:

    Weisheit des Vaters, Christus,
    gebe mir die Weisheit, Jederzeit vor dir das Gute zu denken, zu sprechen und zu tun.
    Errette mich von bösen Gedanken, Worten und Taten,
    und erbarme dich deiner Schöpfung und meiner, des Vielsündigen“.

    Die letzte Woche der Großen Fastenzeit wird Karwoche bzw. Große Woche (Աւագ Շաբաթ) genannt. Während dieser Woche werden unterschiedliche Riten, die von einer besonders tiefen Spiritualität geprägt sind, abgehalten. Beginnend mit dem Gründonnerstag erinnern wir uns an die letzten Tage und Ereignisse des irdischen Lebens unseres Herrn. An jenem Tag teilt Christus das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern und legt so die Grundlage für das Sakrament des Abendmahls und der Heiligen Messe. Danach gab Christus seinen Jüngern ein Beispiel des wahren Dienens, in dem er deren Füße gewaschen hat und verwirklicht seine Worte: „Der Größte von euch soll euer Diener sein“.. Der Herr und Lehrer Christus, wurde zu Diener und Knecht, um uns zu lehren, dass wahre Größe in der Hingabe und im Dienen der Menschen liegt.

    Auch am Gründonnerstag findet die Passionsandacht statt. Bei dieser Andacht werden dem Gläubigen die letzten Stunden Christi vor Augen geführt. Christus wird verraten, verleugnet, gefangengenommen, gepeinigt und zu Tode verurteilt. Die versammelte Menge vor Pilatus schreit: „Kreuzige Ihn!“

    In der Kirche beim Erklingen tief ergreifender Lieder und Hymnen werden die 12 Altarkerzen, die die Jünger darstellen, allmählich gelöscht Zum Schluss bleibt eine einzige Kerze, die Christus Kerze, angezündet – einsam und allein. Selbst sein engster Freundeskreis hat ihn verlassen und er war allein gegen die Finsternis. Aber bis dahin gibt uns Christus einen anderen Auftrag: „ ..Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe…» Daran werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid; wenn ihr einander liebt“ (Johannes 13, 34-35). Hier ist das größte und immer zeitgemäße Gebot, das uns zu Ostern erneut verkündet wird.

    Quelle: http://www.armenier-rheinmain.de/ (Hayr Serovpé)

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